2010
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“Michele Piccirillo, Franziskaner und Archäologe, zwischen Wissenschaft und Vorsehung”

piccirillo“Ein Buch, das als Verbundenheitsbekenntnis an diesen außergewöhnlichen Mensch entstanden ist”- mit diesen Worten leitet Pater Giovanni Claudio Bottini das Buch “Michele Piccirillo, Franziskaner und Archäologe, zwischen Wissenschaft und Vorsehung” ein, ein in Erinnerung an den kürzlich verstorbenen franziskanischen Archäologen geschriebenes Werk, das während der Ausstellung “Blicke auf die Christen des Nahen Osten” vorgestellt wurde, die die Synode für das Nahe Osten begleitet hat.

“Als Archäologe hat Piccirillo beigetragen, Teile der Kirchengeschichte neu zu schreiben: Dank der Informationen, der von ihm enthüllten Mosaike, die Namen von Bischöfen, Priestern und Kirchen beinhalten, wurde bewiesen, dass die christliche Gemeinschaft während der ersten drei Jahrhunderten muslimischer Herrschaft im Heiligen Lande weiterhin existierte“, erläuterte Pater Bottini und erinnerte daran, dass Pater Piccirillo aus der Archäologie ein Mittel des Friedens und der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen gemacht hatte. Und zwar im Dienst der konkreten Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung. In der Tat ist die kulturelle und künstlerische Erschließung der Orte für den Franziskanerpater nie zum Selbstzweck geworden: Die Unternehmungen der Vergangenheit und die heutigen Projekte von ATS pro Terra Sancta, der Ngo der Kustodie des Heiligen Landes, setzen sehr darauf, die

Ökonomie des betroffenen Gebiets zu unterstützen, und Vorteile für die einheimische Bevölkerung zu schaffen. Ein Beispiel dafür sind das Mosaic Center Jerichos und die Bedeutung, dass die Ausbildung des örtlichen Personals noch heute hat. “Das Mosaic Center Jerichos”, erläuterte Osama Hamdan, Architekt und Mitarbeiter von ATS pro Terra Sancta und ehemaliger Schüler von Pater Michele Piccirillo, “dient dem Westjordanland sowohl bei Restaurierungen als auch bei der Erstellung von Mosaiken:

Wir fingen im Jahre 2002 mit zwei Mitarbeitern an und heute sind es bereits 13. Wir wollten von Anfang an nicht nur einfache Techniker und Angestellte ausbilden, sondern selbständige Menschen: Ziel ist es nämlich, nicht nur in die Steine, sondern hauptsächlich in die Personen zu investieren.”

Auf das gleiche Prinzip gründen auch die Tätigkeiten des Labors des Perlmutts in Betlehem. “Bei diesem Projekt besteht das Ziel darin“, erläutert die Kunsthistorikerin Carla Benelli, “einheimische Handwerker auszubilden und eine Kunst wiederzubeleben, dank der seit dem 17. Jahrhundert Meisterwerke erstellt werden, die heute in Museen auf der

ganzen Welt ausgestellt werden.”

Ein weiteres Projekt, das von Pater Michele Piccirillo begonnen wurde, wird gegenwärtig in Sebastia von ATS pro Terra Sancta weitergeführt. In jenem kleinen Staedtchen wird nämlich, jenseits der Renovierung einer völlig zerfallenen Altstadt, die einheimische Bevölkerung ausgebildet, damit die Palästinenser die Gelegenheiten am Besten

nützen können, die die Arbeiten in der Stadt ihnen anbieten.

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