2011
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Jerusalemer Weihbischof: Zaudern der USA hilft Nahost-Frieden nicht

Jerusalem, 26.5.11 (Kipa) Die zögerliche Haltung der USA ist nach Ansicht des katholischen des Weihbischofs von Jerusalem, William Schomali, hinderlich für den Friedensprozess zwischen Israel und Palästina. Kritik äusserte Schomali am Donnerstag in Jerusalem auch an den jüngsten Aussagen Benjamin Netanjahus. In einer Rede vor dem US-Kongress von Dienstag hatte der israelische Ministerpräsident die Rückkehr zur 1967er Grenze ausgeschlossen.

Als hoffnungsvoll bezeichnete Schomali die Aussage von US-Präsident Barack Obama in dessen Nahost-Rede von vergangenem Donnerstag, ein palästinensischer Staat müsse “auf den Grenzen von 1967” basieren. Obama habe einen wichtigen Punkt bestätigt, so der Weihbischof, indem er betont habe, dass den Palästinensern 22 Prozent des 1967 von Israel besetzten Gebietes zustünden. Zusammen mit der Forderung nach dem Rückzug Israels aus diesen Gebieten und der Möglichkeit des einvernehmlichen Gebietstausches seien dies wichtige Aspekte für den Frieden.

In seiner zweiten Rede vor der Israel-Lobbygruppe AIPAC scheine Obama jedoch seine Forderungen teilweise wieder zurückzunehmen. Diese zögerliche amerikanische Haltung sei dem Frieden nicht förderlich.

“Im Einklang mit zionistischer Ideologie”

Die Reaktion Benjamin Netanjahus auf Obamas Rede lassen nach Ansicht Schomalis den Frieden in weite Ferne rücken. “Die Rede des israelischen Ministerpräsidenten stand sehr im Einklang mit der zionistischen Ideologie”, so der Weihbischof. Netanjahu sehe Jerusalem als ewige und jüdische Hautstadt des jüdischen Staates Israel, für palästinensische Flüchtlinge sei in diesem Konzept kein Platz. Dadurch werde die kulturelle und ideologische Kluft zwischen Israelis und Palästinensern vertieft.

Kritik äusserte der Weihbischof auch an der “unflexiblen” Ideologie der Hamas. Beide Seiten müssten sich aufeinander zu bewegen, sonst werde sich ein möglicher Frieden immer weiter entfernen. “Hamas muss zumindest ein Existenzrecht Israels in den 1948er Grenzen anerkennen”, so Schomali. Daraus folge, dass 22 Prozent des Landes für die Palästinenser bleibe.

Zwei lebensfähige Staaten

Zur Rolle der Christen im Friedensprozess betonte Schomali, die Christen hätten Verständnis für beide Positionen. Ihre Rolle bestehe darin, die legitimen Bedürfnisse beider Seiten zu sehen und zu betonen, dass Frieden möglich ist. Die Idee der Gebietsteilung sei nicht nur eine christliche, sondern eine internationale. Schomali: “Es muss zwei lebensfähige Staaten mit sicheren Grenzen geben, einen palästinensischen Staat und einen israelischen Staat, die friedlich koexistieren. Das ist der Traum, den es zu realisieren gilt.”

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